Bebauungsplan Fröbershammer „Talstation-Nord“

Gemeinde Bischofsgrün Landkreis Bayreuth
Begründung in der Fassung vom 20. Januar 2009 zum Bebauungsplan Fröbershammer „Talstation-Nord“

Entwurfsverfasser: GEBHARDT · BRÖMME · HAHN GmbH INGENIEUR – TEAM

1. Ziel und Zweck der Planung:
Ziel und Zweck der Ausweisung eines „Sondergebietes Wintersport/Freizeit“ gemäß § 11
Baunutzungsverordnung (BauNVO), im Bereich der Flurstücke 840, 841, 841/2, 841/4, 842,
842/5, 842/6, 842/8, 842/9, 843, 844, 844/1, 845, 845/2, 845/3, 846, 847/2, 847/4, 847,/5
und 847/8 der Gemarkung Bischofsgrün.
Für die betrachteten Flächen sind im gültigen Flächennutzungsplan vom 20.08.1991 bereits
Sonderbauflächen, Flächen für den Ruhenden Verkehr und Nutzung als Skigelände
enthalten. Durch die zwischenzeitlich vollzogenen Veränderungen im Winter- und
Freizeitsportbereich sowie der Belange der Naherholung und des Fremdenverkehrs ist eine
Weiterentwicklung der Bauleitplanung gefordert.
Es besteht aus Sicht einer städtebaulichen Entwicklung und Ordnung die Notwendigkeit die
Bebauung in diesem Bereich zu konkretisieren und zu erweitern, um eine geordnete bauliche
Nutzung und zielgerichtete Entwicklung zu ermöglichen.
Mit dem Bebauungsplan „Fröbershammer Talstaion-Nord“ als Sondergebiet gemäß § 11
Baunutzungsverordnung (BauNVO) soll eine geordnete städtebauliche Entwicklung gefördert
und dem dringend notwendigen Bedarf entsprochen und dabei die planungsrechtlichen
Voraussetzungen geschaffen werden.
Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Bischofsgrün enthält bereits grundsätzliche
Festlegungen zum vorliegenden Bereich. Der derzeitige Flächennutzungsplan vom
20.08.1991 soll zeitnah insgesamt den zwischenzeitlichen Entwicklungen und Veränderungen
angepasst werden. Der vorliegende Bereich kann dann mit übernommen werden.


2. Geltungsbereich:
Der Geltungsbereich erstreckt sich auf die Flurstücke Nummer 840, 841, 841/2, 841/4, 842,
842/5, 842/6, 842/8, 842/9, 843, 844, 844/1, 845, 845/2, 845/3, 846, 847/2, 847/4, 847,/5
und 847/8 der Gemarkung Bischofsgrün und besitzt eine Fläche von 8,5 ha. Weiterhin
werden Planungsflächen für Wintersport und Freizeit auf Flächen des Freistaat Bayern (Amt
für Landwirtschaft und Forsten) nachrichtlich übernommen.


3. Einfügen in die örtliche Bauleitplanung:
Im gültigen Flächennutzungsplan der Gemeinde Bischofsgrün ist das Plangebiet bereits
Sonderbauflächen, Flächen für den Ruhenden Verkehr und Nutzung als Skigelände
dargestellt. Die bisherige Nutzung (Seilschwebebahn, Talstation-Nord, Skipiste Ochsenkopf-
Nord usw.) entspricht bereits diesen Zwecken.
Im Vorliegenden Bereich bestehen keine konkreten Festsetzungen zur Nutzung und
baulichen Entwicklung. Eine zielgerichtete städtebauliche Entwicklung ist für den Erholungsund
Luftkurort Bischofsgrün von besonderer Bedeutung. Zum einen soll dem,
ortsansässigen, Wintersportgewerbe sinnvolle Perspektiven zur Verfügung gestellt werden,
zum Anderen sollen negative Entwicklungen und sog. „Wildwuchs“ verhundert werden. Die
Gesamtflächen gliedern sich mit der vorgesehenen Nutzung sehr gut in die vorhandene
Natur und Landschaft ein und stellt eine sinnvolle Ortsabrundung für diesen Bereich dar
dar.

4. Städtebauliches Konzept/Flächenbilanz:
Die Darstellung wird in ein „Sondergebietes Wintersport/Freizeit“ gemäß § 11
Baunutzungsverordnung (BauNVO), abgeändert. Die geplante Baugebietsfläche umfasst eine
Gesamtfläche von rund 8,5 ha.
Das Plangebiet wird über die vorhandene Ortstraße (Wunsiedler Str.) erschlossen. Von dort
bestehen die Anbindungen zum überregionalen Verkehrsnetz (B 303 und BAB A 9). Die
vorgesehene Bebauung gliedert sich direkt an die vorhandene Bebauung an. In Bischofsgrün
liegen günstige infrastrukturelle Voraussetzungen vor.
Die geplante zulässige bauliche Nutzung passt sich in Form und Unfang der angrenzenden
Bebauung und der regionalen Baugestaltung an. Die spätere Nutzung des Sondergebietes
für Wintersport und Freizeit wird für unterschiedliche, öffentliche und gewerbliche Nutzung
differenziert vorgegeben. Diese soll eine sinnvolle und bedarfsgerechte Nutzung für die
einzelnen Teilbereiche ermöglichen.

5. Inhalt des Bebauungsplans:
Für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes „„Fröbershammer Talstaion-Nord““ wird die
Festsetzung zur Art der baulichen Nutzung unter Berücksichtigung der vorgesehenen
Nutzung im Plangebiet als „Sondergebiete Wintersport/Freizeit“ gemäß § 11
Baunutzungsverordnung (BauNVO) festgesetzt.
Art und Maß der baulichen Nutzung:
SO: Sondergebiete Wintersport/Freizeit gemäß § 11 (BauNVO)
Zahl der Vollgeschosse: Z I, II = E+D, III=K+E+D
Dachform: SD 15- 30 °
Grundflächenzahl: GRZ = 0,5 bis max. 0,8
Geschossflächenzahl: GFZ = 0 ,5 max. 1,2
Dachform und Dachneigung:
Die Dachneigung wird für Satteldächer auf 15- 30° festgesetzt. Als Dacheindeckung sind
Tonziegel oder Betondachsteine in den Farbtönen rot, schwarz, anthrazit und grau zulässig.
Dachgauben sind bis zu 1/3 der Dachfläche zulässig. Der Abstand zum Giebelgesims soll
mindestens 2,50 m betragen. Quergiebel sind zulässig. Beim Satteldach ist ein Kniestock von
max. 0,75 m (gemessen von OK-Rohdecke bis OK-Pfette) zulässig.
Gestalterische Festlegungen:
Einzäunung sind entlang der Verkehrsflächen mit max. 1,2 m Höhe zulässig. An den
seitlichen und rückwärtigen Grundstücksgrenzen sind diese bis max. 1,5 m zulässig. Wände,
Gabionen oder geschlossene Sichtschutzkonstruktionen sind nicht zulässig.
Verkehrskonzeption:
Das Plangebiet ist über die bestehenden Ortstraßen und öffentlichen Flächen bereits
erschlossen. Fußläufige Verbindung zum Ortskern und der umgrenzenden Landschaft sind
ebenfalls gegeben.

6. Grün- und Freiflächenkonzept:
Für die bebaubaren Flächen erfolgt ein Pflanzgebot von Laubbäumen (Hochstämmen) und
Sträuchern. Die Lage im Baugrundstück ist frei wählbar. Als Pflanzenmaterial sind möglichst
Bäume und Sträucher entsprechend der nachstehenden Gehölzliste zu verwenden. Von den
Standorten kann ggf. abgewichen werden, wenn notwendige Zufahrten und Zugänge dies
erfordern. Eine genaue Festlegung erfolgt im Rahmen gesonderter Grünordnungspläne im
Zuge der jeweiligen Bauvorhaben.
Gehölzliste:
a) Bäume
Mindestgröße
Acer campestre Feldahorn H, 3xv, 12-14
Acer platanoides Spitzahorn H, 3xv, 12-14
Acer pseudoplatanus Bergahorn H, 3xv, 12-14
Alnus glutinosa Schwarzerle H, 3xv, 12-14
Betula pendula Birke H, 3xv, 12-14
Carbinus petulus Hainbuche H, 3xv, 12-14
Fraxinus excelsior Esche H, 3xv, 12-14
Prunus avium Vogelkirsche H, 3xv, 12-14
Quercus petraea Traubeneiche H, 3xv, 12-14
Quercus robur Stieleiche H, 3xv, 12-14
Sorbus aucuparia Eberesche H, 3xv, 12-14
Tilia cordata Winterlinde H, 3xv, 12-14
Tilia platyphyllos Sommerlinde H, 3xv, 12-14
Obstbäume nach Wahl Hochstämme
b) Sträucher
Acer campestre Feldahorn He, 2xv, 150-175
Carpinus betulus Birke He, 2xv, 150-175
Cornus mas Kornelkirsche Str, 2xv, 60-100
Cornus sanguinea Hartriegel Str, 2xv, 60-100
Corylus avellana Hasel Str, 2xv, 60-100
Crataegus monogyna Weißdorn He, 2xv, 60-100
Euonymus europaeus Pfaffenhütchen Str, 2xv, 60-100
Rosa canina Hundsrose Str, 2xv, 60-100
Salix caprea Salweide Str, 2xv, 60-100
Sambucus nigra Holunder Str, 2xv, 60-100
Viburnum lantana Schneeball Str, 2xv, 60-100
Soweit möglich sind autochthone Sorten zu verwenden.

7. Maßnahmen zur Lärmbeschränkung:
entfällt


8. Maßnahmen zur Verwirklichung:

Entwässerung:
Die Entwässerung erfolgt im vorliegenden bereich im Mischsystem. Für das as anfallende
Niederschlagswasser der Straßen- und Dachflächen sollte eine Ableitung zum Vorfluter
erfolgen Durch die empfohlene wasserdurchlässige Ausführung der befestigten
Grundstücksflächen soll eine bessere Grundwasserneubildung unterstützt werden. Innerhalb
der Baugrundstücke sollen Regenwasserzisternen zur Regenwassernutzung angeordnet
werden.
Die anfallenden Abwässer können über den vorhandenen Ortskanal der Kläranlage in
Bischofsgrün zugeführt und dort entsprechend den gesetzlichen Anforderungen gereinigt.
Ver- und Entsorgungsleitungen:
Es ist ein Anschluß an die gemeindliche Trinkwasserversorgung vorgesehen. Der Wasserverbrauch
ist durch die gemeindliche Trinkwasserversorgung gesichert.
Trinkwasserschutzgebiete werden durch die Maßnahme nicht tangiert.
Die Löschwasserversorgung ist durch die gemeindliche Trinkwasserleitung (Hauptleitung
DN 150) und die Entnahme im Weißen Main gesichert. Im Abstimmung mit der Feuerwehr
können ggf. weitere Hydranten angeordnet werden.
Denkmalschutz:
Die Belange des Denkmalschutzes werden durch die Maßnahme nicht tangiert.

9. Landschafts- und Naturschutz:
Die vorgesehene Nutzung entspricht im Wesentlichen derjenigen im Bestand.
Ausgleichsmaßnahmen werden deshalb nicht vorgesehen.


Aufgestellt:
Bayreuth, 20.01.2009

Plan

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